Enterprise Ressource Planning-Systeme und die Digitalisierung gehören zusammen. So erklärt Bitkom die Integration einer ERP-Software als wichtigen Schritt für die digitale Transformation. Diese Einschätzung unterstreicht die KfW mit dem Digitalisierung- und Innovationskredit. Dieser fördert Projekte, die speziell auf die Innovationskraft von ERP-Lösungen setzen. Erfahren Sie in unserem Beitrag fünf Tipps zur Auswahl von zukunftsfähigen ERP-Systemen.

Erfahren Sie, in welche Richtung sich IT und ERP-Systeme entwickeln. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Technologien diese Zukunftstrends in der Praxis umgesetzt werden.

Digitalisierung: eine einfache Definition

Digitalisierung ist ein gerne genutztes Wort. Oft ruft es jedoch einen eher diffusen Bedeutungshorizont hervor. Da ein exaktes Verständnis für die folgenden Erläuterungen wichtig ist, sei der Begriff kurz definiert: Digitalisierung bedeutet die Umwandlung eines analogen Prozesses in einen elektronischen Vorgang. Hier werden Informationen mit Hilfe von Ziffern verarbeitet. Digitale Systeme wie ein Computer leisten die nötige Übersetzungsarbeit und kümmern sich um die Prozessdurchführung.

Ein einfaches Beispiel für die Digitalisierung ist die E-Mail: Statt einen Brief postalisch versenden zu müssen, kann dieser elektronisch übermittelt werden. Das Internet of Things bietet weitere Vorgänge entsprechender Natur. Ein Beispiel hierfür ist das Garagentor, das sich per Smartphone öffnen lässt. Wichtig für die Digitalisierung in komplexen Systemen (also mit vielen Prozessen) ist ein zentrales Steuerelement. Dieses versteht und koordiniert alle Vorgänge. Dafür bietet sich das ERP perfekt an.

Auf einen Blick: 5 Tipps zur Digitalisierung mittels ERP-System

  • Standards garantieren die Zukunftsfähigkeit: Stichwort Semantik
  • offene Schnittstellen für die Anbindung anderer Systeme
  • flexible Strukturen für die Integration in bestehende Prozesse
  • Cloudanbindung: Sicherheit, Leistungsstärke und individueller Zuschnitt
  • Lern- und Lehrfähigkeit

Standards garantieren die Zukunftsfähigkeit: Stichwort Semantik

Technisch gesehen laufen zwei Prozesse bei einem Datenaustausch ab: Der Transfer und die Semantik. Der erste Vorgang beschreibt die Übermittlung von einem Ort zum anderen. Dies soll sicher und möglichst schnell geschehen. Der zweite Prozess umfasst das Verstehen der Daten. Hierfür wird künstliche Intelligenz (KI) zunehmend wichtiger. Auch Konzepte wie Machine Learning spielen eine starke Rolle.

Eine ERP-Lösung agiert in der Regel in einer Big Data-Umgebung. Sie muss also mit einer Datenflut umgehen können, die von den angeschlossenen IT-Systemen übermittelt wird. Und dieser Bedarf wird weiter steigen. Es ist eine Auswirkung der Digitalisierung, dass zunehmend mehr Daten entstehen. Entsprechend ist die Semantik das zentrale Thema für Unternehmen bei der ERP-Einführung. Standards sind für die Zukunftsfähigkeit entscheidend. Sie ermöglichen es, dass neue Entwicklungen mit dem ERP-System zusammenarbeiten können.

Offene Schnittstellen für die Anbindung anderer Systeme

Durch Standard Schnittstellen und flexible Strukturen bleibt ihr Unternehmen zukunftsfähig

Dieser Tipp ist eng mit dem ersten Hinweis verwandt. Durch die zunehmende Vernetzung von IT-Systemen wächst die Anforderung an ERP-Systeme. Eine immer größere IT-Infrastruktur muss angebunden werden. Offene Schnittstellen sind deshalb unverzichtbare Helfer, um dies zu erreichen. Standardschnittstellen, die unterstützt werden sollten, sind beispielsweise XML, REST, GraphML oder SOAP. Bildlich gesprochen ist es wie ein Puzzle: Das Stück für das ERP sollte sich nahtlos in die Mitte einfügen können.

Flexible Strukturen für die Integration in bestehende Prozesse

Die eingangs zitierte aktuelle Studie von Bitkom zeigt den Hintergrund dieses Tipps auf: Ein ERP-System muss mit Anwendungen kommunizieren, die „sehr ERP-fremd“ sind, aber einen zentralen Bestandteil der IT-Infrastruktur darstellen. CAD-Systeme sind hierfür ein Beispiel. Eine monolithisch aufgebaute ERP-Lösung ließe sich deshalb nur schwer in bestehende Prozesse integrieren. Flexible Strukturen garantieren die Verzahnung, ohne dass Veränderungen der angeschlossenen Systeme nötig sind.

Cloudanbindung: Sicherheit, Leistungsstärke und individueller Zuschnitt

„Die digitale Transformation hat für ERP-Lösungen bereits einen entscheidenden Wandel erbracht.“

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Diese werden per Cloud zur Verfügung gestellt. Das führt zu mehreren Vorteilen. Ein Cloud ERP-System punktet beispielsweise in der Frage der Sicherheit. Daten-Backups können online erstellt werden. Sie sind deshalb gegen Hardware-Versagen geschützt.

Über die Cloud kann die Leistung bereitgestellt werden, die eine Firma benötigt. Diese kann flexibel angepasst werden. Zudem entfällt der Aufwand für die Einrichtung vor Ort. Ein Cloud ERP ist modular aufgebaut. Es lässt sich deshalb individuell auf die Bedürfnisse am jeweiligen Einsatzort zuschneiden.

Lern- und Lehrfähigkeit

Ein ERP-System unterstützt die Digitalisierung Ihres Unternehmens idealerweise durch seine Lern- und Lehrfähigkeit. Durch künstliche Intelligenz versteht es Daten immer besser und ist in der Lage, diese mit den nötigen Anweisungen weiterzureichen. Als einfaches Beispiel: Digitale Assistenten finden inzwischen in Emails Termine und bieten an, diese im Kalender zu erstellen. In der Industrie 4.0 gibt es zahlreiche Vorgänge, die sich durch ein ERP entsprechend automatisieren und verschlanken lassen.

Fazit: Flexibilität und Standardisierung sind entscheidend

Diese fünf Tipps zeigen, dass die Wahl eines flexiblen ERP-Systems Ihnen die Digitalisierung im Unternehmen enorm erleichtert. Achten Sie auf den Einsatz von bekannten Standards und offenen Schnittstellen und rüsten Sie sich erfolgreich für die Zukunft.

Weitere Trends aus dem IT- und ERP-Umfeld erhalten Sie in unserem Whitepaper „So entwickelt sich die ERP-Welt“.