ERP im E-Commerce - die Auswahl der Software ist entscheidend

27.08.2020 Lesezeit: 4 Min.
ERP im E-Commerce - die Auswahl der Software ist entscheidend
Daniel Ummenhofer
Daniel Ummenhofer
Sales Manager , Asseco Solutions
Daniel Ummenhofer arbeitet seit 8 Jahren im Software-Vertrieb. Bei Asseco ist die Gewinnung und Digitalisierung von Neukunden seine Berufung.
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Die Anforderungen im E-Commerce nehmen immer stärker zu. Um mit der steigenden Anzahl an Kunden und Konkurrenten fertig zu werden, müssen die internen Abläufe der Händler optimiert werden. Über ein passendes ERP-System lassen sich alle relevanten Informationen bündeln und zentral organisiert steuern. Wir zeigen, worauf es bei einem ERP-System für den Online Shop ankommt und wie Händler die passende Auswahl treffen.

Automatisierungen und mehr - die Vorteile einer modernen ERP-Software

Eine moderne ERP-Software bietet enorme Vorteile. Nicht nur, dass sich Bereiche wie Controlling, Personalwesen, Finanz, Lagerwirtschaft, Verkauf und auch Service in einer zentralen Software steuern lassen. Es können auch viele der repetitiven Aufgaben im E-Commerce automatisiert werden.

Wird beispielsweise über den an das ERP-System angeschlossenen Onlineshop ein Verkauf erfasst, werden diese Daten automatisiert in das System eingespielt. Die Software erstellt nicht nur aus den Daten des Käufers einen neuen User für das CRM, sondern generiert auch die Rechnung und versendet die Daten an das Lager und den Versand. Somit ist für einen reibungslosen Ablauf ohne große menschliche Interaktion gesorgt.


Ablauf einer ERP-EinführungEin passendes ERP-System umfasst auch die Logistik im E-Commerce


Dies verbessert nicht nur den Workflow im E-Commerce nachhaltig, sondern sorgt auch für eine deutlich geringere Fehlerquote. Davon profitieren die Kunden und somit der Ruf des Unternehmens.

Branchenlösungen bieten höchsten Komfort

Branchenlösungen für den Handel und E-Commerce bieten sehr einfaches Handling und eine große Anzahl passender Schnittstellen. Dabei werden in den Branchenlösungen unter anderem die Anforderungen der meisten Anbieter problemlos abgedeckt, auch wenn es zu einem Überhang an Funktionen kommen kann. Während der eine Händler im E-Commerce Varianten unterschiedlicher Produkte anbietet und in der Lagerhaltung definieren muss, benötigen andere Händler diese Variante nicht.

Branchenlösungen sind dennoch von Vorteil, da diese zwar möglicherweise teurer sind, die Kosten sich im Laufe der Zeit durch höhere Passgenauigkeit aber einfacher amortisieren können. Zudem lassen sich viele Branchenlösungen individualisieren, sodass Unternehmen problemlos auf diese ERP-Systeme zurückgreifen können. Somit kann das E-Commerce auf bereits erprobte Techniken und Technologien zurückgreifen und dennoch individuelle Leistungen in die Software inkludieren lassen.

Individuelle Lösungen sind dagegen häufig extrem teuer und aufwändig zu implementieren.

Eine eigene ERP-Lösung für das Unternehmen programmieren zu lassen, mag auf den ersten Blick verlockend erscheinen, da diese perfekt auf das eigene E-Commerce zugeschnitten werden kann. Doch diese Lösung birgt gleich zwei nachhaltige Risiken in sich.

Zum einen liegen die Kosten für eine individuelle Lösung sehr hoch und benötigt sehr viel Zeit. Zum anderen sind die Einsatzbereiche einer solchen Software sehr beschränkt. Benötigt Ihr E-Commerce in Zukunft weitere Funktionen oder veraltete Funktionen müssen überholt werden, ist die Neuentwicklung und das Update ebenfalls teuer und langwierig. Falls der Anbieter zu diesem Zeitpunkt noch existiert und gewillt ist, diese Aufgabe zu übernehmen.

Besonderes Augenmerk gilt dem Omnichannel-Vertrieb

Besonders wichtig wird die Leistungsbandbreite einer ERP-Lösung im Bereich des Omnichannel-Vertriebs oder eines Multichannel-Vertriebs. Wer nicht nur im E-Commerce, sondern auch über Marktplätze oder am Point-of-sale seine Waren verkauft, muss einen zentralen Überblick über den Warenbestand, die Lagermenge, die Bestellungen und auch den Versand behalten.

Eine moderne Software bündelt genau diese Informationen für den Anbieter und erlaubt jederzeit einen Echtzeit-Überblick über die aktuellen Bestände. So können nicht nur Abverkäufe optimiert, sondern auch Nachbestellungen von Waren oder Rohstoffen frühzeitig erledigt werden. Auch die automatische Bestellung beim Erreichen von Schwellenwerten kann dadurch initiiert werden.

Je mehr Vertriebs- und Marketing-Kanäle involviert sind, umso wichtiger wird der Leistungsumfang der Software.

Das ERP-System muss zwingend zum E-Commerce passen

Bevor es an die Auswahl des ERP-Systems geht, sollten sich Händler zunächst Ihrer Anforderungen bewusst werden. Die Definition eines Lastenhefts stellt eine sinnvolle Grundlage für die Bewertung verschiedener Anbieter dar.

Durch den Abgleich Ihrer Anforderungen mit den Funktionen des ERP-Systems können Sie sicherstellen, dass alle notwendigen Prozesse ohne Schwierigkeiten in der ERP-Software abgebildet werden können. Zudem sollten Sie die verfügbaren Integrationen mit Ihrem Webshop und anderen bestehenden Systemen prüfen. Bietet der Anbieter die passenden Anbindungen, beispielsweise auch für alle anderen Geschäftspartner in der Warenkette, um eine vollumfängliche Integration kostensparend und effizient zu realisieren?

Externe Beratung durch Fachleute kann die Auswahl nachhaltig verbessern. Dank der Erfahrung und der Expertise auf dem Gebiet der ERP-Lösungen und der Automatisierung können sinnvolle Vorschläge in gemeinsamer Arbeit geprüft und ausgewählt werden. So lassen sich unter anderem Schwierigkeiten bei der Implementierung einzelner Prozesse im E-Commerce einfacher vermeiden, was die Implementierung des Gesamtsystems nachhaltig beschleunigen kann.

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