Die ERP-Welt ist im Umschwung. Künstliche Intelligenz und die Industrie 4.0 sorgen für neue Anwendungsfelder und Möglichkeiten. Welche ERP-Trends 2022 eine große Rolle spielen und wie der Mittelstand von Ihnen profitieren wird, erfahren Sie im Folgenden.

Erfahren Sie, in welche Richtung sich IT und ERP-Systeme entwickeln. Wir zeigen Ihnen, mit welchen Technologien diese Zukunftstrends in der Praxis umgesetzt werden.

Das ERP als Zentrum eines digitalen Ökosystems

Bereits 2019 prognostizierte das US-amerikanische IT-Marktforschungsinstitut Gartner, dass in der Entwicklung von ERP-Systemen die sogenannte vierte Ära begonnen habe. Der Begriff kann komplementär zur Industrie 4.0 verstanden werden. Die Produktion von Gütern wird umfassend digitalisiert und grundlegend verändert. Der Schwerpunkt von ERP-Systemen liegt dann nicht mehr nur auf der integrierten Planung aller Unternehmensprozesse. Stattdessen wird die Etablierung breiterer Ökosysteme, die potenziell auch Kundschaft, Lieferant*innen und andere Stakeholder einbezieht, angestrebt.

Hiermit kommt ein genereller Trend der digitalen Transformation zum Tragen: Die neuen Technologien bewirken, dass unternehmensinterne Wertschöpfungsketten für externe Partner*innen und zugunsten digitaler Ökosysteme geöffnet werden.

Die Gartner-Köpfe prognostizieren, dass bis zum Jahr 2023 die meisten ERP-Systeme mindestens eine entsprechende Funktionalität enthalten werden. Hiermit verbunden sind die folgenden internationalen ERP-Trends für 2022, von denen auch Ihr Unternehmen profitieren kann.

1. Intelligente ERP-Plattformen

Durch Künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen unterstützen ERP-Systeme eine neue Stufe der Automatisierung von Geschäftsprozessen. Das ERP ist darauf ausgerichtet, die Datenverarbeitung in den Unternehmen umfassend zu erneuern. Daraus resultieren

  • neue Workflows,
  • eine immer umfassendere Automatisierung von Routinetätigkeiten
  • und die Möglichkeit, komplexe Daten in verwertbares Wissen umzuwandeln.

Auf der Basis von ERP-Daten und externen Daten leistet die KI außerdem einen wachsenden Beitrag zur vorausschauenden Analysen und Prognosen.

2. Mobiles ERP

Mobile ERP-Systeme werden immer mehr zum Standard. Den Hintergrund dafür bildet die wachsende Bedeutung dezentraler Arbeitsmodelle.

ERP-Trends
Der orts- und zeitunabhängige Zugriff auf Echtzeitdaten ist ein wesentlicher Erfolgsfaktor für mobiles ERP.

Gleichzeitig wird durch ein mobiles ERP die Zusammenarbeit zwischen den dezentral tätigen Mitarbeitenden verbessert. Dadurch steigt auch deren Produktivität und Effektivität. Allerdings ergeben sich daraus neue Anforderungen an Datensicherheit und Datenschutz. Unternehmen und ERP-Provider müssen hierfür valide Lösungen finden.

3. Demokratisiertes ERP

„In Unternehmen gewinnen zunehmend agile Arbeitsmethoden an Bedeutung.“

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ERP-Systeme müssen den Anforderungen von agilen Teams und Projektarbeit daher in verstärktem Umfang Rechnung tragen. An ihre Grenzen stoßen dabei Systeme, bei denen spätere Anpassungen nur mit großem Aufwand und entsprechend hohen Kosten vorgenommen werden können. Sie können sich somit als Agilitätshindernis erweisen.

Modularität zählt daher zu den wesentlichen Entwicklungen im Bereich ERP-Systeme. Sie ermöglichen flexible Anpassungen an die Bedürfnisse der Nutzenden. Neue Funktionen und Dienste lassen sich mit akzeptablem Entwicklungsaufwand integrieren.

Durch Low-Code- und No-Code-Plattformen sind auch technisch weniger versierte Mitarbeitende in der Lage, die Systeme auf der Anwendungsebene individuell zu konfigurieren. Hierdurch weitet sich voraussichtlich der Kreis der ERP-Anwender*innen in den Unternehmen beträchtlich aus.

4. Zweistufige ERP-Lösungen

ERP-Systeme in Einheitsgrößen kommen den Bedürfnissen vieler Unternehmen nicht mehr optimal entgegen. Zweistufige Software kombiniert für Großkonzerne entwickelte ERP-Lösungen mit Tools für mittelständische und kleinere Unternehmen. Optimal eignen sie sich für Firmen, die an mehreren Standorten agieren und dort jeweils spezifische geschäftliche Anforderungen erheben.

Durch die bedarfsgerechte Diversifizierung der Systeme lassen sich sowohl deren Benutzerfreundlichkeit als auch der Aufwand für Implementierung, Wartung und Upgrades optimieren.

ERP-Trends 2022 im deutschen Mittelstand

Inwiefern Sie von den bisher beschriebenen internationalen ERP-Entwicklungen profitieren, ist individuell unterschiedlich. Das Aachener Analyse- und Beratungsunternehmen Trovarit hat im Oktober 2021 eine Studie vorgelegt, in der erhoben wird, welche ERP-Trends 2022 für den deutschen Mittelstand im Fokus stehen. Dafür wurden insgesamt 2.200 Unternehmen befragt. Interessant ist: Im Vergleich zu internationalen Prognosen setzen die deutschen Firmen etwas andere Prioritäten.

Der deutsche Mittelstand bewertet Daten- und Informationssicherheit als besonders wichtig – 60 % der Studienteilnehmer*innen nennen diesen Punkt. Den zweiten und dritten Platz belegen Compliance-Anforderungen und die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben sowie Usability und Software-Ergonomie. Weitere für die Unternehmen relevante ERP-Trends sind:

  • Der mobile Einsatz der ERP-Software (43 %), mobile Datenübertragung in Echtzeit, beispielsweise im 5G-Netz (41 %)
  • Schnittstellenmanagement/Enterprise Application Integration (40 %)
  • Big Data, Smart Data und Smart Services (38 %)
  • Industrie 4.0 / cyberphysische Systeme (36 %)
  • Plattform-Ökonomie / Anbindung an externe Systeme wie beispielsweise Amazon (36 %)
  • Cloud Computing (35 %)

Andere digitale Trends wie Virtual Reality, Augmented Reality, Robotic Process Automation oder das Internet der Dinge sind für die deutschen Studienteilnehmer*innen von nachgelagerter Bedeutung.

Insgesamt reflektiert die Trovarit-Studie den aktuellen Digitalisierungsgrad im deutschen Mittelstand. Viele Unternehmen sind bisher noch mit den Herausforderungen der Digitalisierung beschäftigt. Das schlägt sich auch in ihren Anforderungen an ERP-Systeme nieder. Bisher steuern nur wenige Betriebe ihre Geschäftsprozesse vollständig digital.

Fazit

Das ERP-System als mobiles Ökosystem, das externe Daten miteinbindet, prägt die ERP-Trends 2022.. Inwiefern Sie konkret von diesen Trends profitieren, lässt sich durch eine individuelle Ist-Analyse und Anforderungsdefinition erabeiten. Indem Sie über neuste Entwicklungen und die Lösungsansätze Gleichgesinnter im Bilde sind, können Sie Ihr ERP fortlaufend optimieren.

Wenn Sie sich weiterführend über die ERP-Trends 2022 informieren möchten, laden Sie sich unser Whitepaper „Blick in die Zukunft“ herunter.