Die wichtigsten Phasen der ERP-Einführung

08.10.2020 Lesezeit: 6 Min.
Die wichtigsten Phasen der ERP-Einführung
Patrick Mathis
Patrick Mathis
Head of Sales Competence Team, Asseco Solutions AG
Patrick Mathis ist Leiter des Vertriebskompetenzteams und blickt auf 25 Jahre ERP-Erfahrung zurück.
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Bei der Einführung eines ERP-Systems gilt es viele Punkte zu beachten. Denn nicht nur die Auswahl der richtigen Software und des passenden Anbieters, sondern auch die Arbeit des Unternehmens selbst entscheidet über die erfolgreiche ERP-Einführung. Dabei können sich Projektteams an verschiedenen Schritten orientieren, um den Überblick über die Einführung zu behalten.

Die sechs Phasen der ERP-Einführung im Überblick

Insgesamt ist jede ERP-Einführung nicht auf ein bestimmtes Modell oder eine bestimmte Lösung übertragbar. Denn die einzelnen Phasen können sich von Unternehmen zu Unternehmen verändern und verschieben. Grundsätzlich lassen sich die einzelnen Abschnitte der Einführung allerdings in folgende Schritte unterteilen:

1.Analyse der Anforderungen

2.Konzeption des Systems

3.Implementierung der Lösung

4.Fehlersuche

5.Go-Live des Systems

6.Optimierungsphase

Der Schwerpunkt liegt meist vor allem auf der Analyse der Anforderungen, da diese alle weiteren Schritte maßgeblich bestimmen. Je genauer und gründlicher sie gelingt und je besser die Unternehmensprozesse dabei berücksichtigt und abgebildet werden, umso weniger Schwierigkeiten sind in den folgenden Phasen der ERP-Einführung zu erwarten.

Verschiedene Modelle und Ansätze

Die ERP-Einführung kann auf unterschiedliche Arten erfolgen. In der Regel sind diese Varianten auch in der Software-Entwicklung die bekanntesten und wichtigsten Modelle. Unterschieden wird zwischen dem Wasserfallmodell und dem agilen Ansatz. Beide Varianten haben eigene Vor- und Nachteile, welche sich unterschiedlich auf die einzelnen Phasen auswirken können.

Das Wasserfallmodell und seine Möglichkeiten

Bei der Wasserfall-Methode wird nach einem linearen Projektverlauf gearbeitet. Bereits in der Planungsphase wird der Ablauf der gesamten ERP-Einführung festgelegt. Es wird also jede Phase nacheinander abgeschlossen und überprüft.

Viele Unternehmen bevorzugen dieses Modell, da es linear, übersichtlich und vor allem stringent ist. Zudem lassen sich Dauer und Kosten sehr gut abbilden, wodurch ein höheres Maß an Planungssicherheit gegeben ist.

Nachteilig ist allerdings, dass ein solches Vorgehen keine flexiblen Änderungen oder Korrekturen zulässt. Bei einer oftmals komplexen und umfangreichen ERP-Einführung kann es zu unerwarteten Ereignissen kommen, die in der Planung unter Umständen nicht berücksichtigt wurden. So entsteht ein teurer und oftmals komplizierter Mehraufwand, welcher viele Firmen überfordert.

Die agile ERP-Einführung - modern, schnell und flexibel

Die Alternative zum Wasserfallmodell ist eine agile Entwicklungsmethode, welche vor allem im Bereich der Softwareentwicklung weite Verbreitung gefunden hat. Die anstehenden Aufgaben werden bei dieser Methode nicht nach einem starren Plan, sondern in kurzen Entwicklungszyklen durchgeführt. Im Anschluss werden sie kontrolliert, optimiert und gegebenenfalls überarbeitet.

Bei der agilen ERP-Einführung werden kurze Entwicklungszyklen durchgeführt


Nach jedem Zyklus sollte dementsprechend ein funktionsfähiges Teilsystem bereitstehen, welches in seinem Funktionsbereich bereits getestet und bewertet werden kann. Somit können Nutzer bereits frühzeitig ein Feedback geben und fehlende Inhalte schneller definieren und bemerken.

Nachteilig an dieser Variante ist vor allem die fehlende Kontrolle über den gesamten Ablauf. Durch die kurzen Sprints ist der Nutzer einerseits optimal in alle Phasen der ERP-Einführung eingebunden. Andererseits hat er aber weniger Planungssicherheit hinsichtlich der Kosten und der Dauer der ERP-Einführung, da die Länge der einzelnen Etappen nicht exakt definiert werden können.

Diese Phasen sind besonders kritisch

Besonders wichtig ist in jedem Fall die Phase der Fehlersuche und der Optimierung. Nach Fehlern im System wird in der Regel unter Einbindung von Spezialisten und Key-Usern, welche das System vor dem Go-Live auf Herz und Nieren testen, gefahndet.

Nur so können kritische Fehler direkt vor dem Go-Live effektiv vermieden werden, sodass die Prozesse des Unternehmens auch nach der Umstellung wie gewohnt ablaufen können.


Dennoch werden auch in dieser Phase noch Fehler übersehen − es ist schlicht unmöglich, in einer Testumgebung alle Eventualitäten abzudecken. Dementsprechend wird auch der Optimierungsphase ein erheblicher Wert beigemessen. In enger Absprache mit den Key-Usern und dem Anbieter können die Mitarbeiter nun selbst das System im Live-Betrieb testen, eigene Vorschläge einbringen und mögliche Fehler melden. Durch eine geordnete Aufarbeitung dieses Feedbacks kann das System nochmals optimiert und angepasst werden und so der Workflow verbessert werden.

Fazit: Für jedes Unternehmen gilt es, die passende Lösung zu finden

Grundlegend für Ihren Betrieb ist die Auswahl einer passenden Software laut aktuellem und zukünftigem Bedarf. Diese sollte realistisch getroffen werden. Ob agil, nach dem Wasserfallmodell oder als Kombination: Für den Erfolg Ihres ERP-Projekts ist es wichtig, dass die Lösung von allen Beteiligten gemeinsam getragen wird und somit die volle Unterstützung erhält. So gelingt die ERP-Einführung und trägt zum wirtschaftlichen Wachstum des Unternehmens bei.

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