Welche Gründe lassen ERP-Projekte häufig scheitern?

05.01.2017 Lesezeit: 3 Min.
Asseco Solutions
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Viele Unternehmen entscheiden sich für eine agile ERP-Einführung, weil sie die Flexibilität bei der Einführung bevorzugen. Ihnen ist es wichtig, dass während der einzelnen Einführungsphasen Tests vorgenommen werden und die Anwender, also die Mitarbeiter, Verbesserungsvorschläge äußern können.

Doch diese Einbeziehung der Anwender kann sich unter Umständen auch negativ auf das gesamte System auswirken. Denn jede Abteilung in einem Unternehmen hat verschiedene Anwendungsmöglichkeiten in Bezug auf das System. So werden sich die Verbesserungsvorschläge der Anwender stets auf das eigene Anwendungsgebiet beziehen.

Eine Verbindung aller Anforderungen der verschiedenen Unternehmensbereiche erfolgt dabei über Schnittstellen. Allerdings sind diese Schnittstellen in der Regel so aufgestellt, dass sie nur einen bestimmten Teil der Informationen austauschen. Für jede Abteilung wird somit sozusagen ein eigenes System aufgestellt. Die Durchgängigkeit der einzelnen Prozesse über die einzelnen Bereiche hinaus ist dann nicht mehr gegeben. Außerdem entwickelt jedes System seine eigenen Quasi-Zahlen und eine Überprüfung der Richtigkeit dieser Werte ist kaum noch gegeben.

Die wichtigsten Gründe, woran ERP-Systeme scheitern

Projekte zur Einführung eines ERP-Systems können aus verschiedenen Gründen scheitern. Dabei sind die folgenden acht Gründe in den meisten Fällen maßgebend für das Scheitern.

  • Bildung von „Fürstentümern“
  • Fehlendes Wissen und Kompetenzen der Projektbeteiligten
  • Es gibt keine klaren Hierarchien im Unternehmen
  • Zu viele Personen werden einbezogen
  • Es fehlt eine klare Zielvorgabe
  • Einbeziehung externer Berater mit mangelnder Branchenerfahrung
  • Zeitrahmen zu knapp bemessen

Schauen wir uns diese Gründe nun näher an: In den Unternehmen haben sich zum einen sogenannte „Fürstentümer“ gebildet. Jede Abteilung hat ihre eigenen Bereiche, ihre eigenen Aufgaben und Verantwortungen. Werden dann einzelne Aufgaben in andere Abteilungen ausgegliedert, sind die Konflikte vorprogrammiert. Die Einführung eines ERP-Systems erfordert abteilungsübergreifendes Denken. Dies ist oft schwierig im Unternehmen umzusetzen und die jeweiligen Beteiligten schwer zu diesem Denken zu bewegen.

Ein weiterer Grund ist oftmals auch das fehlende Wissen bzw. die fehlenden Kompetenzen der einzelnen Personen. Je komplexer das ERP-System aufgestellt ist, umso wichtiger ist es, nur solche Personen am Projekt - und der Projektleitung - teilhaben zulassen, die über entsprechendes Wissen verfügen. Ist das Wissen nicht vorhanden, müssen wichtige Personen geschult werden, denn nur so kann ein gewinnbringendes System implementiert werden.

Auch die Einbeziehung zu vieler Personen kann sich negativ auf die Einführung auswirken. Zu viele Meinungen, die berücksichtigt werden sollen, führen nicht selten zu einer Verzettelung des Projekts.

Wichtig für den Erfolg des Projekts ist außerdem eine klare und terminierte Zielvorgabe.

Ebenfalls kann es sich nachteilig auf das Projekt auswirken, wenn für die Einführung des ERP-Systems unabhängige Beratungsfirmen eingesetzt werden. Diese kennen die expliziten Anforderungen des Unternehmens an die Software in der Regel nicht und gehen nur von Standardanforderungen aus. Im Detail lernen sie erst nach einer gewissen Zeit die speziellen Anforderungen kennen, dann ist allerdings meist die Entscheidung für ein spezielles Programm bereits gefallen. Wird ein falsches System für das Unternehmen ausgesucht, bedeutet dies hohe Kosten. Eine sorgfältige Prozessanalyse ist daher besonders wichtig.

Ein weiterer möglicher Grund für ein Scheitern kann auch der Zeitrahmen sein. Schnell kann dieser bei der Einführung „explodieren“ und somit auch Folgen für die Kosten des Projektes haben.

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