E-Mobility - das zukunftsträchtige Geschäftsmodell für Zulieferer

30.07.2020 Lesezeit: 6 Min.
E-Mobility - das zukunftsträchtige Geschäftsmodell für Zulieferer
Daniel Ummenhofer
Daniel Ummenhofer
Sales Manager , Asseco Solutions
Daniel Ummenhofer arbeitet seit 8 Jahren im Software-Vertrieb. Bei Asseco ist die Gewinnung und Digitalisierung von Neukunden seine Berufung.
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Der Elektro-Mobilität (E-Mobility) gehört die Zukunft. Bis 2025 steigt die Zahl der entsprechenden betriebenen Fahrzeuge sowie der Hybrid-Autos wohl auf über 20 Millionen an. Und dies ist nur ein Zwischenstopp: Das Center of Auto Management geht davon aus, dass 2030 allein in Deutschland rund 900.000 Elektrofahrzeuge unterwegs sind. Frankreich hat Verbrennungsmotoren ab 2040 verboten.

Autobauer aus der Bundesrepublik haben E-Mobility als Geschäftsmodell mittlerweile erkannt. Volkswagen strebt beispielsweise an, ab 2025 rund eine Million Elektrofahrzeuge pro Jahr weltweit zu verkaufen. BMW stellt sich darauf ein, dass die eigenen Kunden ab 2030 mehrheitlich entsprechende Antriebe erwarten. Auch für viele kleinere und mittelständische Zulieferer steckt enorm viel Potential in der E-Mobility.

Potentiale und Herausforderungen

Die Studie "Global Automative Supplier" des bekannten Unternehmensberaters Roland Berger kommt zu einem eindeutigen Schluss: Für Zulieferer sind die wandelnden Mobilitätskonzepte extrem relevant.

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich an die neuen Bedingungen anzupassen. Dadurch können sich Zulieferer am Markt einen Vorsprung verschaffen und sich in der Wertschöpfungskette E-Mobility ein festes Standbein aufbauen.

Trotz großer Potentiale, müssen sich Zulieferer einer Herausforderung stellen: Laut "Deloitte" werde es wohl noch einige Jahre dauern, bis die Elektromobilität profitabel ist. Teile für Verbrennungsmotorfahrzeuge brächten hingegen noch immer Geld. Es gibt deshalb eigentlich keinen Anreiz, im großen Stil die Produktion umzustellen. Wandel bringe schließlich Unsicherheit, heißt es dazu passend bei Berger.

Eigentlich müssten Zulieferer zeitgleich in alte sowie neue Technologien investieren. Dies sei jedoch für die meisten Unternehmen "ein erheblicher Kraftakt."

Wege aus dem Dilemma

Um diesen Kraftakt zu meistern, können Zulieferer auf verschiedene Maßnahmen setzen:

  • Vereinfachung der Plattformen
  • Vernetzung
  • Shared Mobility
  • Materialkosten sinken

Vereinfachung der Plattformen

Verbrennungsmotoren verursachen Belastungen für Bauteile wie Gelenkstangen und das Getriebe, die bei Elektromotoren entfallen (beispielsweise durch geringere Vibrationen). Mussten deshalb früher für unterschiedliche Fahrzeugkategorien jeweils eigene Bauteile gefertigt werden, passen künftig die gleichen Modelle.

Als Zulieferer können Sie so die Bau-Plattformen vereinfachen. Dies eröffnet zugleich die Möglichkeit, in benachbarte Märkte vorzudringen. Wer heute auf den Antrieb spezialisiert ist, kann beispielsweise künftig auch antriebsunabhängige Fahrwerksteile anbieten.

Vernetzung

Das autonome Fahren ist nur eine Frage der Zeit. BMW geht beispielsweise davon aus, dass 2030 zahlreiche Fahrzeuge auf entsprechende Art unterwegs sein werden. Bis dahin werden die Autos immer weiter vernetzt. Schließlich steuert die IT den Elektromotor.

PwC hat aufgrund der bisherigen Erfahrungen von Zulieferern ermittelt, wie lohnend das Geschäft ist: Die Wertschöpfungskette in diesem Bereich steige von aktuell 63 Milliarden auf rund 77 Milliarden Euro im Jahr 2030.

Shared Mobility

Deutschlands vielleicht bekanntester Zulieferer ist Bosch. Hier sind die Verantwortlichen der Überzeugung, dass Shared Mobility die nächsten 15 Jahre im Mobilitätsbereich bestimmen wird.

Shared Mobility wird eine große Rolle im Bereich E-Mobility spielen


Die Idee: Beispielsweise über die Entwicklung von E-Scootern oder Elektroautos für Carpools soll die Umstellung der eigenen Produktion profitabel gelingen. Bosch geht davon aus, dass das Marktvolumen für Mobilitätsdienste und digitale Services allein bis 2024 rund 140 Milliarden Euro erreicht. Wenn sich Zulieferer einen Anteil davon sichern, können Sie die Umstellung finanzieren.

Materialkosten sinken

BASF und einige VW-Zulieferer gehen zudem von sinkenden Materialkosten aus. Beispielsweise werden die Batteriezellen für die E-Autos bislang praktisch nur in Asien produziert. Dies werde sich ändern. In Russland sollen beispielsweise ebenfalls entsprechende Fertigungsstätten entstehen.

Durch das steigende Angebot werden die Preise sinken, so die Hoffnung. Durch die Konkurrenz sollen die Batterien zudem immer besser werden - hierauf drängen insbesondere die Autobauer. Schließlich sind Reichweite und Ladegeschwindigkeit entscheidende Punkte für die Endkunden.

Fazit: smarte Lösungen finden und schnell umsetzen

Die Meinung unter den Experten des Marktes ist einheitlich: Noch haben Zulieferunternehmen Zeit, sich an das E-Mobility Geschäftsmodell anzupassen - jedoch nicht mehr viel. Sie sollten deshalb smarte Lösungen finden und schnell umsetzen. Die Möglichkeiten existieren, wie die genannten Beispiele zeigen.

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