Auf einen Blick
Ab 2027 wird der Digitale Produktpass Pflicht, erst 4 % der deutschen Unternehmen sind vorbereitet. Die gute Nachricht: Ihr ERP enthält bereits die meisten der benötigten CO2-Daten. Wer das jetzt angeht, spart später Kosten und gewinnt Kunden, die Transparenz einfordern.
Was würde wohl passieren, wenn ein Kunde Informationen zum CO2-Fußabdruck Ihres Produkts anfordert? Hätten Sie diese Daten dann blitzschnell zur Hand? Oder müssten Sie sie erst mühsam aus unterschiedlichen Excel-Dateien und Abteilungen zusammentragen?
Sollten Sie die Werte nicht parat haben, stehen Ihre Chancen auf eine Beauftragung schlecht. Denn während Sie noch mit der Informationssuche beschäftigt sind, hat die Konkurrenz längst geliefert.
Dabei könnte es so einfach sein: In Ihrem ERP-System sind nämlich die meisten aller relevanten Daten für die Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) gespeichert. Wie das ERP aus Stücklisten und Prozessdaten die CO2-Bilanz eines Produkts generiert, zeigt folgender Beitrag.
Darum ist der CO2-Fußabdruck eines Produkts jetzt entscheidend
- Steigende Markt- und Kundenerwartungen
Immer mehr Kunden – insbesondere große OEMs und internationale Partner – verlangen transparente und belastbare CO2-Daten entlang der gesamten Lieferkette. Wer diese Informationen nicht zur Verfügung stellt, wird schnell von Ausschreibungen ausgeschlossen oder von Lieferantenlisten gestrichen. - Nachhaltigkeit als neuer Wettbewerbsfaktor
Nachhaltigkeit in der Produktion ist längst nicht mehr nur ein Image-Thema. Vielmehr ist sie heute ein klar messbares Differenzierungsmerkmal. Unternehmen, die ihren CO2-Fußabdruck aktiv kommunizieren, positionieren sich als bevorzugte Partner. - Regulatorische Dynamik
Mit Initiativen wie der Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) und dem Digitalen Produktpass (DPP) steigen die gesetzlichen Anforderungen an Transparenz und Nachweisbarkeit. Unternehmen müssen sich darauf einstellen, Emissionsdaten strukturiert zu erfassen und regelmäßig offenzulegen.
Solche Veränderungen im Marktumfeld sind natürlich erst einmal mit einem erhöhten Druck verbunden. Doch sehen Sie es positiv: Wenn Sie auf den Product Carbon Footprint gut vorbereitet sind, können Sie auf Anfragen schneller reagieren und Vertrauen bei Kunden aufbauen. Das wiederum führt zu einer besseren Positionierung im hart umkämpften Marktumfeld.
CO2-Fußabdruck: Definition Product Carbon Footprint
Der Begriff Product Carbon Footprint (PCF) bezeichnet sämtliche Treibhausgasemissionen, die im Laufe des Produktlebenszyklus entstehen – von der Rohstoffgewinnung über die Produktion bis hin zur Nutzung und Entsorgung. Er zeigt also die Klimabilanz eines Produkts auf und macht die größten Emissionstreiber sichtbar. Auf Basis des PCF lassen sich in Folge Optimierungspotenziale identifizieren, Kosten senken und Innovationen vorantreiben.
Im Gegensatz dazu betrachtet der Corporate Carbon Footprint (CCF) die Gesamtemissionen eines Unternehmens. Während der PCF also detaillierte Informationen auf Produktebene liefert, schafft der CCF einen Überblick auf Organisationsebene.

CO2-Fußabdruck eines Produkts berechnen – einfach per ERP
Darum ist das ERP die ideale Basis für die PCF-Berechnung
Für die Berechnung des Product Carbon Footprint (PCF) benötigen Sie zunächst vor allem eines: verlässliche, aktuelle und vollständige Daten zu Materialien, Lieferanten, Prozessen und Energieverbräuchen.
Ein ERP-System liefert Ihnen genau diese Informationen – aus folgenden Gründen:
- Das ERP fungiert als zentrale Datendrehscheibe
Im ERP laufen alle relevanten Unternehmensdaten zusammen – vom Einkauf über die Produktion bis zur Logistik. Diese zentrale Struktur schafft die ideale Grundlage für eine konsistente und skalierbare PCF-Berechnung. - Alle relevanten Daten sind bereits vorhanden
Stücklisten (auch Bills of Materials, kurz BOM), Arbeitspläne sowie Energie- und Lieferantendaten bilden exakt das Fundament, welches Sie für die Ermittlung von Emissionen brauchen. - Es ist kein zusätzlicher Pflegeaufwand nötig
Da die notwendigen Daten ohnehin im ERP vorliegen, entsteht kein paralleler Datenpflegeprozess. So vermeiden Sie doppelte Arbeit und reduzieren gleichzeitig Fehlerquellen. - Automatische Aktualisierung
Ändern sich Materialien, Lieferanten oder Prozessschritte, aktualisieren sich die zugrunde liegenden Daten im ERP – und damit auch der berechnete PCF. So bleiben die Ergebnisse ganz ohne manuellen Bearbeitungsaufwand stets aktuell.
So funktioniert die PCF-Berechnung im ERP
- Zusammenführung von Daten
Zunächst erfolgt eine Verknüpfung aller relevanten Daten aus Stücklisten, Prozessen und der Lieferkette. - Ergänzung um Emissionsfaktoren
Die Daten werden mit Emissionswerten angereichert, die entweder von Lieferanten oder aus der Datenbank stammen. - Berechnung im ERP
Das ERP-System liefert den CO2-Wert pro Artikel – ähnlich wie bei der Kalkulation von Preisen oder Fertigungskosten. - Verlässliche Ergebnisse
Als Resultat erhalten Sie transparente, reproduzierbare Werte für Angebote, Reportings und Kundennachweise.

Die wichtigsten ERP-Datenquellen für die PCF-Berechnung
| ERP-Datenquelle | Inhalt | Beitrag zum PCF |
| Stücklisten (BOM) | Materialien und Komponenten | Ermittlung materialbezogener Emissionen |
| Arbeitspläne | Fertigungsschritte und Prozesse | Berechnung prozessbedingter Emissionen |
| Lieferantendaten | Herkunft und Partner | Einbezug von indirekten Emissionen |
| Energieverbräuche | Strom-, Gas- oder Wärmebedarf je Prozess | Berechnung energiebedingter Emissionen |
CO2-Fußabdruck berechnen: Praxisbeispiel
Bisher klingt das alles womöglich sehr theoretisch und nicht ganz greifbar. Deshalb haben wir die Kalkulation des Product Carbon Footprint in unserem ausführlichen Whitepaper mit einem konkreten Rechenbeispiel veranschaulicht.
Die Berechnung zeigt anhand realer Werte, wie das ERP-System den CO2-Fußabdruck eines Elektromotors ermittelt. Dabei wird auch schnell klar, warum jedes Produkt je nach Material und Lieferant sehr unterschiedliche PCF-Werte haben kann.
Der Digitale Produktpass kommt: Bereiten Sie sich jetzt vor!
Die Einführung des Digitalen Produktpasses (DPP) rückt unaufhaltsam näher: Bereits ab 2027 ist er für bestimmte Produktgruppen obligatorisch, ab 2030 soll er für fast alle Verbraucher- und Industrieprodukte in Europa verpflichtend sein.
Zentrale Bestandteile des DPP sind:
- Umwelt- und Nachhaltigkeitsdaten (z. B. Product Carbon Footprint)
- Materialzusammensetzung und Herkunft
- Reparierbarkeit und Recyclingfähigkeit
- Lieferketten- und Produktionsinformationen
In nicht allzu ferner Zukunft benötigt Ihr Unternehmen also belastbare, digital verfügbare Daten zum CO2-Fußabdruck. Nur so können Sie die Anforderungen des DPP erfüllen. Manuell gepflegte Daten in isolierten Datensilos reichen nicht mehr aus.
Laut IW-Zukunftspanel hatten Ende 2024 jedoch erst 4 % der deutschen Unternehmen Maßnahmen ergriffen, um sich auf die Einführung des DPP vorzubereiten. Dieses Zögern muss nicht sein: Wie oben bereits dargestellt, bildet Ihre ERP-Landschaft eine perfekte Grundlage für eine DPP-fähige Datenstruktur. Denn hier laufen alle Informationen für eine detaillierte PCF-Berechnung zusammen. Kümmern Sie sich daher frühzeitig um alle erforderlichen technischen, organisatorischen und strategischen Anpassungen.
Darum lohnt sich die Berechnung des CO2-Fußabdrucks
Wir wissen, dass Vorschriften und Regularien für Betriebe eine große Belastung darstellen können. Doch vergessen Sie nicht: Aus der PCF-Berechnung ergibt sich für Ihr Unternehmen auch ein beachtlicher geschäftlicher Mehrwert, der nicht zu unterschätzen ist. Lassen Sie uns daher zum Schluss noch einmal einen Blick auf die positiven Aspekte des CO2-Fußabdrucks werfen.
- Schnellere Angebotsprozesse
Dank vorhandener PCF-Daten sind Sie in der Lage, Anfragen ohne Verzögerung zu beantworten. So glänzen Sie beim Kunden mit schnellen Reaktionszeiten. - Höhere Glaubwürdigkeit
Transparente und nachvollziehbare Emissionsdaten stärken das Vertrauen von Kunden und Geschäftspartnern. Ihr Unternehmen positioniert sich als zukunftsorientierter Player. - Identifikation von Einsparpotenzialen
Da die Analyse des PCF Emissionstreiber sichtbar macht, können Sie gezielt Kosten- und CO₂-Einsparmaßnahmen umsetzen. - Erhöhte Innovationskraft
Indem PCF-Daten die Basis für nachhaltige Produkt- und Prozessoptimierungen schaffen, entstehen neue Ansätze in Entwicklung und Beschaffung. - Strategischer Vorsprung
Unternehmen mit etablierten PCF-Strukturen sind nicht nur optimal auf regulatorische Anforderungen vorbereitet. Sie differenzieren sich auch positiv von Wettbewerbern.
Fazit: Mit dem CO2-Fußabdruck stehen Sie auf der Gewinnerseite
Der CO₂-Fußabdruck von Produkten ist mehr als nur eine regulatorische Pflichtübung – er entwickelt sich zum echten Wettbewerbsfaktor. Berechnen können Sie ihn ganz einfach mit einem gut aufgestellten ERP-System. Da die meisten benötigten Daten im ERP bereits vorhanden sind, kann die Software die Kalkulation für Sie quasi auf Knopfdruck übernehmen.
Wichtig ist jedoch, dass Sie sich frühzeitig mit dem PCF beschäftigen. Auf diese Weise erhalten Sie nicht nur Sicherheit im Hinblick auf kommende Anforderungen, sondern profitieren auch von zahlreichen geschäftsfördernden Vorteilen. Das Resultat: Eine bessere Marktpositionierung und damit auch mehr Zukunftssicherheit.
Whitepaper zum Product Carbon Footprint
Erhalten Sie eine ausführliche Anleitung zur Berechnung des PCF inkl. anschaulicher Beispielkalkulation und Checkliste zur PCF-Bereitschaft.



